Think Line
Konzept, Computer,
Programm, Zeichnung
Internationale Gruppenausstellung
| Hans
Dehlinger, D Jean-Pierre Hébert, F Tony Longson, GB |
Manfred
Mohr, D Vera Molnar, F Frieder Nake, D |
Roman Verostko, USA Marius Watz, NO Mark Wilson, USA |
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Ausstellung: 4.9.-6.11.2010
Eröffnung: 3.9. 18-22 Uhr
19:30 Einführung in die Ausstellung durch Wolf Lieser
Sonderveranstaltungen:
Erweiterte Öffnungszeiten zum DC Open Wochenende: Sa., 4.9. ,12-20 Uhr + So., 5.9., 12-18 Uhr
Fr. 29.10., 20 Uhr: satelita veranstaltet ein Konzert zeitgenössischer Musik in der Reihe „Nachtjournal“
Think Line ist eine umfassende Ausstellung, die ein bisher weitgehend unbeachtetes Segment der Medienkunst aufgreift. Sie widmet sich dem Thema Zeichnung, die auf einem selbstgeschriebenen Computerprogramm des Künstlers basiert, und stellt Arbeiten der letzten 40 Jahre vor. Dabei zeigt sie Werke von international renommierten Künstlern wie Manfred Mohr und Vera Molnar, die in diesem Herbst an einer Gruppenausstellung am Museum of Modern Art in New York zum Thema Linie teilnimmt, sowie junge Positionen z. B. Marius Watz. In der Ausstellung wird dem jeweiligen Kunstwerk das niedergeschriebene Konzept des Künstlers, das der Arbeit zugrunde liegt, zur Seite gestellt.
Zeichnen ist eine künstlerische Tätigkeit mit langer Tradition. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch wurde es möglich, Zeichnungen mit Hilfe eines Computers zu erzeugen. Eine Tatsache, die die künstlerischen Möglichkeiten erweiterte und dem Begriff der Zeichnung eine neue Dimension hinzufügte. Die Künstler schreiben ein Konzept, das sie mittels einer Programmiersprache in einen Algorithmus umsetzen und können so mit Hilfe eines computergesteuerten Zeichengeräts - eines Plotter - Zeichnungen ausführen. Das Arbeiten in Serien wird so zum Grundprinzip, denn durch Einfügen von Zufallsparametern in das Programm können immer wieder veränderte visuelle Resultate erzielt werden. So entstehen Werkzyklen, die in Farbe oder Schwarz-Weiß auf Papier ausgeführt sind. Der Stiftplotter bringt die Zeichnungen elegant und mit kontinuierlichem Strich auf das Papier.
Die selbstgeschriebene Software des Künstlers ist nicht nur der kreative Prozess des Kunstwerks sondern auch das Mittel, durch das die Ideen dargestellt werden. Diese Kunstrichtung vereint also sowohl Charakteristika der Konzeptkunst als auch der Medienkunst. Viele junge Künstler entdecken das Programmieren als Mittel eines eigenen künstlerischen Ausdrucks wieder, sie wollen nicht mit vorgefertigten kommerziellen Softwarepaketen mit festgelegten ästhetischen Resultaten arbeiten.
Think Line stellt das breite Spektrum der Zeichnungen vor, von den Anfängen aus den 60er Jahren, bis hin zu zeitgenössischen Werken, in denen die Zeichnung nicht mehr auf Papier, sondern mittels eines Lasers auf Aluminiumplatten aufgeführt wird. Tony Longson führt mit seinen Objekten, die aus montierten, eingefrästen Plexiglasscheiben bestehen, die Zeichnung in die dritte Dimension. Diese Ausstellung, die die Anfänge der Computerkunst einschließt, ergänzt das Spektrum der Ausstellungen im Zuse-Jahr 2010, das dem 100. Geburtstag von Konrad Zuse, dem Erfinder des Computers, gewidmet ist