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QUIDO SEN![]() Weitere Bilder Es gibt seit Menschengedenken Metaphern und Alltagspraktiken, um toter Materie ein Leben einzuhauchen. Dinge zu beseelen, die eigentlich als seelenlos gelten. Auch der alltägliche Umgang mit Maschinen verleitet den Menschen oft dazu, Computer oder Autos in den Kontext des Humanen aufzunehmen, diesen Gebrauchsdingen Namen zu geben oder sie als Lebewesen aufzufassen. In diesem Kontext bewegen sich die Arbeiten des Künstlers Quido Sen. Er stellt mit einfachsten Materialen und der Elektronik Objekte her, die vorgaukeln, ein Eigenleben zu besitzen. Seine „Tiere“ bestehend aus Gemüsesäcken, füllen sich langsam mit Luft und entleeren sich wieder, so dass der Eindruck von Atmen entsteht. Einem Fernseh-Monitor klebt er wie beim EKG Sensoren an, um über die Transformation von visuellen Signalen herauszufinden, welchen Klang verschiedene Fernsehfilme erzeugen – von Fellini bis Denver Clan. Für eine Klanginstallation am Zugersee gräbt der Künstler ein Absaugrohr an den gebogenen Enden 30 Zentimeter tief in die Erde ein. Wie die Erde klingt, wollte Quido Sen wissen. Denn im Innern der Rohrenden befanden sich Mikrophone, die die Geräusche des Bodens aufzunehmen und über Verstärker und Lautsprecher durch das Rohr zu spielen hatten. Man hörte nichts. Doch beim Künstler entstand keine Enttäuschung. „So war es einfach“, erzählt er. „Es war richtig, dass man nichts hörte. Da ist nichts.“ Die Technik verleitet den Künstler nicht dazu, etwas vorzutäuschen, sondern sichtbar oder hörbar zu machen, was vorhanden ist. [...] Oft ist es der Betrachter, der Quido Sens Objekte in Klangstruktur oder Bewegung beeinflusst. Kommt man einem Tierobjekt, das wie eine Meduse aussieht, zu nah, stellt es jede Bewegung ein, entfernt man sich von ihm wieder, „atmet“ es erneut. Eine allzu direkte Übertragung von Betrachterbewegunen auf die Installationen und Objekte wird jedoch eher vermieden. Der Künstler Quido Sen ist zwar an Transformationen verschiedener Parameter oder physikalischer Grössen interessiert, doch selten in einem direkt erkennbaren Verhältnis. Eher schaltet er ein paar Zufallsgeneratoren dazwischen, damit die Interaktion zwischen Publikum und Objekt nicht auf vorschnelle Aha-Effekte hinausläuft. Klangeigenschaften der Materie, Prozess-Zufälligkeit, Repetitionen und akustische Vermischung zwischen Gegenwärtigem und Vergangenen, kombiniert mit alltäglichem Material und einfachen räumlichen Anordnungen, charakterisieren Quido Sens Arbeiten. [...] [Auszug aus Sibylle Omlin: Die Seele eines Ofen- rohrs. Quido Sens Objekte und Medieninstallationen] |
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