Weitere Bilder
Eelco Brand wurde 1969 in Rotterdam geboren. Nachdem Eelco Brand seine erste künstlerische Anerkennung mit seiner Malerei erfährt, entdeckt er in den frühen 1990er Jahren den Computer als innovatives Werkzeug, um seine Visionen um Dimensionen wie Klang und Bewegung zu erweitern. Diese Hinwendung zur digitalen Kunst stellt für Eelco Brand eine logische Konsequenz aus der Verfügbarkeit und ständigen Weiterentwicklung neuer Medien dar. Er ist daran interessiert, neue Ansätze zu finden, mit Wahrnehmungsweisen zu experimentieren und sie immer wieder zu hinterfragen. Dazu nutzt er die volle Bandbreite der ihm zur Verfügung stehenden Technik. Im November 2010 waren seine Werke auf dem G20-Gipfel in Südkorea zu sehen.
Ein wesentlicher Antrieb ist dem Künstler der Wille zur Imitation, der Verdopplung und Verbesserung der Natur durch den Menschen, den er tief in der menschlichen Kultur verwurzelt sieht. So hat es sich die bildende Kunst immer schon zur Aufgabe gemacht, die Natur nachzuahmen und Ideale von ihr zu schaffen. Eelco Brand nimmt diesen Nachahmungs- und Schöpfungswillen in ironischer Weise auf, schafft teils absurde teils surreale Objekte. Die Natur in seinen Bildern und 3-D-Animationen wirkt immer latent surreal, das Nebensächliche tritt in den Mittelpunkt. Eelco Brand treibt die Imitation mit Hilfe des Computers auf die Spitze – und darüber hinaus. Denn seine nachgebildete Wirklichkeit scheint oft derart perfekt, dass die Irritation erst auf den zweiten oder dritten Blick folgt und sich schließlich die Fiktion entlarvt.
Eelco Brand bedient sich unterschiedlichster Darstellungsformen, er schafft Zeichnungen, Malereien und Filme. Gemeinsam ist ihnen ihr irritierendes bis amüsierendes Wesen. Bei der Betrachtung seiner 3-D-Computeranimationen fällt die Abwesenheit einer narrativen Struktur auf, sie verraten nicht mehr als sie zeigen und deuten doch auf etwas Geheimnisvolles hin. Die Dramaturgie der Kompositionen wird durch das Spiel mit Licht und Dunkelheit bestimmt, durch das Zusammenkommen von Bewegung und Stillstand. Mit seinen hyperrealistischen Animationen schafft er phantastische Welten und Formen in skulpturaler Abstraktion und detaillierter Präzision zugleich. So kreiert er z. B. in seiner Serie zu farbigen Objekten (“red object”, “blue object”, “yellow object”, 2009) realistische, natürliche Umgebungen in denen farbige Skulpturen eingebettet sind, die durch ihre Plastizität einen unmittelbaren haptischen Reiz beim Betrachter auslösen. Doch diese Objekte sind so rätselhaft wie fiktiv, sie verraten nichts über ihre Entstehungsgeschichte oder den Sinn ihres Seins.
Die Exaktheit in der Modellierung trifft bei ihm immer auch auf eine ironische Positionierung zu seinem Werk. In 3-D-Animationen wie “B.movi” (2010) verfolgen wir ein absurdes, waberndes Objekt in einer sich endlos wiederholende Bewegung. Derart meditative Studien einfachster Abläufe machen eine Reflexion unserer eigenen Wahrnehmung möglich, sie zelebrieren in ihren rhythmischen, fließenden Bewegungen die eigene Plastizität, ohne sich selbst allzu ernst zu nehmen. Auch seine Handzeichnungen scheinen unsere Wahrnehmung in die Irre führen zu wollen. Seine “pencil drawings” muten an wie mit dem Computer generiert, sind allerdings tatsächlich von Hand gezeichnet. Eelco Brand ist heute schon einer der wichtigen Vertreter im Bereich 3D. Er lebt und arbeitet in Breda, Niederlanden.



